Hochzeitsbräuche in Österreich

Was wäre eine Hochzeit ohne Bräuche und Traditionen? Besonders in Österreich gibt es eine Vielzahl verschiedener Hochzeitsbräuche. Ob Morgengabe, Brautentführung, Polterabend oder Hochzeitsspalier: Wir haben für euch die bekanntesten Traditionen in Österreich recherchiert.

Die bekanntesten Hochzeitsbräuche in Österreich

Agape

Die Agape ist einer der bekanntesten Hochzeitsbräuche in Österreich. In  der  Bibel  ist  die  Agape  das Liebesmahl, eine Tischgemeinschaft zwischen Arm und Reich, in deren Rahmen das Abendmahl gefeiert wurde. Später diente die Agape meist karitativen Zwecken.

Braut aufwecken

In vielen Bundesländern gibt es die Tradition des „Brautaufweckens“: Die Braut verbringt die letzte Nacht als ledige Frau in ihrem Elternhaus. Dort wird sie am frühen Morgen durch drei Böllerschüsse von Männern in der Nachbarschaft geweckt. Die Schüsse vertreiben die bösen Geister. Gleichzeitig wird damit ein neuer Lebensabschnitt eingeleitet.

Brautentführung oder Brautverzahn

Wenn der Bräutigam auf seine Braut nicht aufpassen konnte, verdiente er auch nicht, sie zu heiraten. Da wurde die Braut oft schon vor der Zeremonie entführt. Heutzutage dient der Brauch dazu, das Paar für kurze Zeit zu trennen, um für ein paar „Erfrischungen“ 🙂 einzukehren. Als Bräutigam sollte man besonders auf den Brautstrauß achten: Er enthebt dich beim Auslösen der Braut bei der Brautentführung von der „Zeche“.

Unser tietheknot-Tipp: Auf vielen Hochzeiten wird heute auf das „Brautverzahn“ verzichtet, da die Stimmung meist sehr darunter leidet.

Brautstrauß

Schon im Altertum wurden Blütenzweige und Gewürze, wie z.B. Knoblauch oder Dill, zu Brautsträußen verarbeitet. Rote Bänder und schützende Kräuter (z.B. Rosmarin und Myrte) sollten den Paar Glück bringen und böse Geister vertreiben. Moderne Brautsträuße sind meist sehr aufwendig gestaltete Blumen-Bouquets aus Rosen, Orchideen, Callas, Tulpen, Pfingstrosen,  Lilien etc.

Etwas Altes, etwas Neues, etwas Blaues, etwas Geborgtes

„Something old, something new, something lend, something blue.“ So lautet die ursprüngliche Hochzeitstradition. Etwas Altes, um die Tradition der Familie zu bewahren (meist Schmuck). Etwas Neues, als Zeichen für Optimismus und eine glückliche Zukunft. Das ist meistens das Brautkleid bzw. die Schuhe. Etwas Geborgtes, von einem glücklichen Menschen, etwa ein Stofftaschentuch. Und etwas Blaues, als Symbol für die Jungfrau Maria (z.B. ein Strumpfband).

Hochzeitskerze

Die Taufkerzen des Brautpaares werden an der Osterkerze (= Christus, dem Licht) entzündet und damit die Hochzeitskerze angezündet. Später erinnert die Kerze Braut und Bräutigam an den Hochzeitstag und kann in schwierigen Situationen oder Ehekrisen angezündet werden.

Hochzeitsmandeln

Zur Zeit des Sonnenkönig Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert war es üblich, Bonbonschachteln aus Gold, Silber oder Kristall zu überreichen. Das gewöhnliche Volk konnte sich diese Gaben natürlich nicht leisten und erfand eine eigene Tradition: Der Tüll des Brautkleides wurde zerschnitten, um darin gezuckerte Mandeln zu verschenken. Heute verschenkt man fünf Mandeln an die Hochzeitsgäste, wobei jede davon eine Bedeutung hat: Liebe, Glück, Treue, Erfolg und Fruchtbarkeit.

Weiße Brautkleider

Helle bzw. weiße Stoffe wurden in früheren Zeiten nur von privilegierten Damen für das Brautkleid verwendet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Weiß auch für die Allgemeinheit zum Trend. Es ist die Farbe der Reinheit und Vollkommenheit, der Freude und Festlichkeit. Heute werden Hochzeitskleider überwiegend in Champagner bzw. Elfenbeinfarben gewählt.

Polterabend

Der Polterabend kommt ursprünglich aus dem antiken Griechenland und wurde von den Freunden eines Spartaners bei der Hochzeit ausgerichtet. Ziel ist es, noch einmal ausgelassen zu feiern, ohne an den Partner zu denken. Aus diesem Grund wird der Junggesellenabschied auch fast immer getrennt durchgeführt.

Schleier

Seit dem 19. Jahrhundert ist der Brauch des Schleiertragens weit verbreitet. Schon vorher galt er in vielen Kulturen als Symbol für Jungfräulichkeit und Reinheit. Er wurde von der Braut getragen, um sie vor den Blicken fremder Männer und bösen Geistern schützen. Heute verzichten viele Bräuten bereits auf einen Schleier.

Morgengabe

Als Symbol der Liebe überreicht der Bräutigam der Braut am Morgen nach der Hochzeit ein Geschenk. Früher diente es als wirtschaftliche Absicherung der Frau: So wurden in Adelskreisen sogar Burgen und ganze Ländereien verschenkt. Heute verschenkt der Bräutigam meist Schmuck. Auch die Braut kann ihrem Mann  eine Morgengabe überreichen, z.B. ein Portraitfoto oder eine Uhr.

Hochzeitsspalier

Wenn das Brautpaar aus der Kirche auszieht, bilden Freunde und Hochzeitsgäste ein Spalier vor dem Ausgang. Dabei wird versucht, das Paar am Durchlaufen zu hindern, als Symbol für die gemeinsame Überwindung von Stolpersteinen.

Unterwäsche

Ein sehr alter österreichischer Hochzeitsbrauch besagt: Die Braut muss am Tag der Hochzeit unbedingt ein Stück ihrer Unterwäsche verkehrt herum tragen. So werden böse Geister verwirrt und fliehen vor der Braut.

Wohnung verwüsten

Eine bei Freunden sehr beliebte Methode, um das Brautpaar auf den steinigen Weg des Ehelebens vorzubereiten. Dabei werden Möbelstücke verstellt, Geschirr in der Wohnung verteilt, Wassergläser (gefüllt!) auf den Boden gestellt, das Bett zerlegt, die Haustür verbarrikadiert etc. Eltern und Verwandte sollten daher übermütige  Freunde einbremsen.

Unser tietheknot-Tipp: (Böse) Überraschungen am besten gleich im Voraus vermeiden, indem ihr die Hochzeitsnacht in einem Hotel verbringt.

Brautstrauß und Strumpfband werfen

Die Braut dreht den unverheirateten Frauen den Rücken zu und wirft den Brautstrauß in die Luft. Diejenige, die den Brautstrauß fängt, wird die nächste Braut. Was der Brautstrauß für die Frauen ist, ist für die unverheirateten Männer das Strumpfband der Braut: Wer es fängt, wird der nächste Bräutigam.

Unser tietheknot-Tipp: Die Zahl der Hochzeitsbräuche ist in Österreich nahezu unendlich. Sie unterscheiden sich oft von Bundesland zu Bundesland. Falls euch bestimmte Bräuche unangenehm sind, solltet ihr das im Voraus unbedingt klar kommunizieren.

In unserem Beitrag „Die beliebtesten Hochzeitstraditionen“ zeigen wir euch, welche Traditionen bei Brautpaaren besonders hoch im Kurs stehen.

Die schönsten Hochzeitsbräuche

Lesetipp 1: Hochzeitsbräuche – Das etwas andere Hochzeitsbuch

Wer noch mehr über die geschichtlichen Hintergründe von bekannten Traditionen und Bräuchen zur Hochzeit erfahren will, dem sei das Sachbuch "Hochzeitsbräuche - Das etwas andere Sachbuch" ans Herz gelegt.

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Lesetipp 2: Queen of the Day – Erinnerungsalbum für den Junggesellinnenabschied

"Queen of the Day - Mein Junggesellinnenabschied" ist das ideale Geschenk für angehende Bräute. Denn bevor die Hochzeitsglocken gibt es noch ein ganz besonderes Event: Den Junggesellinnenabschied. Damit ihr dieses Erlebnis für immer bewahren könnt, gibt es dieses Erinnerungsalbum.

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