Sonderurlaub für die Hochzeit

Wie viele Tage Sonderurlaub für die Hochzeit bekomme ich in Österreich und Deutschland? Wir geben euch eine praktische Übersicht über die gesetzlichen und vertraglichen Regelungen zur Freistellung von der Arbeit wegen einer Hochzeit.

Sonderurlaub für die Hochzeit in Deutschland

Der Sonderurlaub für die persönliche Arbeitsverhinderung ist in Deutschland gesetzlich geregelt. § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches regelt die „persönliche Arbeitsverhinderung“. Zu ihr gehört auch die eigene standesamtliche Hochzeit. Der gesetzliche Mindestanspruch für die eigene Hochzeit beträgt einen Urlaubstag. Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen bzw. Arbeitsverträge können das Gesetz jedoch aushebeln. D.h., diese Verträge können den Sonderurlaub für die Hochzeit komplett streichen oder ausweiten.

Beim Sonderurlaub für die Hochzeit solltet ihr folgende Punkte beachten:

  • Der Sonderurlaub gilt nur für die standesamtliche Hochzeit. Die kirchliche Trauung ist eine Privatangelegenheit. Für die Trauung in der Kirche kann daher eigentlich keine Freistellung beantragt werden. Individuelle Lösungen gemeinsam mit dem Arbeitgeber sind jedoch möglich.
  • Der Anspruch auf Sonderurlaub gilt nur, wenn ein Arbeitnehmer tatsächlich zum Arbeiten verpflichtet wäre. Wer im Urlaub ist, Elternzeit hat oder wegen Krankheit arbeitsunfähig ist, kann keine bezahlten Sonderurlaubstage in Anspruch nehmen.
  • Als Arbeitnehmer habt ihr keinen Anspruch auf einen bestimmten Tag. Durch Personalknappheit, Urlaubszeit etc. kann es sein, dass euer Hochzeitstermin mit den Vorstellungen des Arbeitgebers nicht überein stimmt. Bevor ihr also Location und Kirche/Standesamt bucht, solltet ihr erst den Sonderurlaub für die Hochzeit beantragen.
  • Unterliegt euer Arbeitsverhältnis einem Tarifvertrag, solltet ihr prüfen, ob dieser Regelungen zum Sonderurlaub enthält.
  • Arbeitnehmer, die samstags nicht arbeiten, steht bei einer Trauung an diesem Tag auch kein Sonderurlaub für die Hochzeit zu. Auch wenn ihr für die Vorbereitungen zur Hochzeit unter der Woche frei haben möchtet, aber an einem Samstag heiratet, steht euch in der Regel kein Sonderurlaub zu.

Unser tietheknot-Tipp: Bevor ihr mit eurem Arbeitgeber sprecht, werft einen Blick in euren Arbeitsvertrag, in die Tarifverträge oder lasst euch von einem Vertreter des Betriebsrates beraten. 

Sonderurlaub für die Hochzeit in Österreich

Während es in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub für die Hochzeit gibt, ist dies in Österreich nicht der Fall. In der Regel ist der Sonderurlaub im Kollektivvertrag oder in der Betriebsvereinbarung geregelt. Wie viele Urlaubstage gewährt werden, hängt aber daher von der Branche ab . Meist sind es ein bis maximal drei Tage. Wie dieser Sonderurlaub genommen wird (vor der Hochzeit, nach der Hochzeit, nur für den Hochzeitstag) ist mit dem Arbeitgeber individuell zu klären. Als Arbeitnehmer sollte man den Chef so früh wie möglich über die Hochzeit informieren und die Urlaubstage besprechen.

Unser tietheknot-Tipp: Flitterwochen werden aus betrieblicher Sicht wie ein ganz normaler Urlaub behandelt. Dafür gibt es in der Regel keinen Sonderurlaub. 

Unser tietheknot-Tipp: Sind Sonderurlaube im Arbeitsvertrag ausgeschlossen, aber kollektivvertraglich vorgesehen, dann gelten die Regelungen im Kollektivvertrag. Denn ein Arbeitnehmer kann durch den Arbeitsvertrag nie schlechter gestellt werden. 

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