Nachhaltig heiraten: So geht’s!

Nachhaltigkeit liegt im Trend. Ob bei Essen, Kleidung, Lebensstil oder Urlaub. Da wundert es auch nicht, dass auch die Hochzeitsbranche auf den Zug aufgesprungen ist. Wir verraten, wie nachhaltig heiraten funktioniert und warum es sich so wunderschön und gut anfühlt.

Was bedeutet „nachhaltig heiraten“?

Eine Hochzeit verbinden wir mit Sonnenschein, viel guter Laune und dem glücklichen Brautpaar. Dazu ein tolles Essen und ausgelassene Stimmung bis spät in die Nacht. Zusammengefasst also ein unvergessliches Erlebnis für Brautpaar, Familie und Freunde.

Viele Brautpaare sind sich nicht bewusst, welch‘ großen ökologischen Fußabdruck so eine Hochzeit hinterlässt. Oft bleibt viel Essen übrig, welches vom Catering weggeworfen wird. Auch Blumen und Deko landen oftmals im Müll. Zusätzlich fallen Berge an Wäsche (Tischdecken, Stoffservietten usw.) an. Bei so einer großen Feier wird also säckeweise Müll produziert. Viele zukünftige Brautpaare wollen daher ein Zeichen setzen und so nachhaltig wie möglich heiraten. Das bedeutet nicht, dass die Hochzeit von A bis Z öko sein muss. In vielen Bereichen lässt sich aber einfach und oftmals sogar günstig ein nachhaltiges Zeichen setzen.

10 Tipps & Ideen: Wie kann ich eine nachhaltige Hochzeit feiern?

1. Eheringe bzw. Verlobungsringe

Wer neue Ehe- bzw. Verlobungsringe kaufen will, sollte darauf achten, dass die Rohstoffe fair gehandelt wurden und die Fertigung lokal erfolgt. Unser Vintage-Tipp: Verwendet doch die Ringe eurer Eltern oder Großeltern. Auch aus altem Familiengoldschmuck lassen sich wunderschöne neue Ringe herstellen – und gleichzeitig werden bestehende Familientraditionen gewahrt.

2. Nachhaltig heiraten mit grüner Deko und saisonalem Blumenschmuck

Auch bei der Deko könnt ihr grüne Akzente setzen. Shoppt eure Hochzeitsdeko auf Flohmärkten oder stöbert auf den Dachböden oder Kellern eurer Familien. Beim Blumenschmuck sind so genannte „Slow Flowers“ total angesagt. Das sind regionale, saisonale Blumen, die nicht hochgezüchtet sind. Kreative und geschickte Bräute, die ohne Florist auskommen wollen, können die gewünschten Blumen im eigenen Garten anpflanzen und daraus selbst einen Brautstrauß oder Blumengestecke gestalten. Dabei müsst ihr aber natürlich schon rechzeitig vorher planen und die Blumen anpflanzen. Für den selbst gepflanzten Brautstrauß aus dem eigenen Garten eignen sich z.B. Pfingstrosen, Mohnblumen, Rosen oder Nelken.

3. Gastgeschenke und Geschenke für das Brautpaar

Keine Hochzeit ohne Geschenke für die lieben Hochzeitsgäste. Wer nachhaltig heiraten will, der sollte über kreative Alternativen nachdenken. Wie wäre es zum Beispiel mit Blumensamen, Topfpflanzen, Kräutertöpfchen oder Sukkulenten? Während der Hochzeit könnt ihr diese auch ideal in eure Deko einbinden. Das ist also doppelt nachhaltig.

Manche Brautpaare entscheiden sich auch dafür lieber etwas zu spenden oder pro Gast einen Baum zu pflanzen. Auch bei den Geschenken für das Brautpaar lässt sich Verpackung einsparen. So könnt ihr schon bei der Einladung darauf hinweisen, dass ihr ein Geldgeschenk bevorzugt und es eine eigene Box für Umschläge auf der Hochzeit gibt.

4. Essen und/oder Buffet: #festeohnereste

Gerade beim Essen bleiben häufig viele Reste übrig, insbesondere wenn man die Gäste zu einem Buffet eingeladen hat. Versucht daher die Mengen so knapp wie möglich zu bemessen, um Reste zu vermeiden. Übriggebliebenes kann vom Catering oder Restaurant eingepackt werden, um es den Hochzeitsgästen am nächsten Tag mitzugeben. Außerdem könnt ihr eure Gäste am Tag nach dem großen Fest zur „Katerparty“ laden oder die Reste einer Tafel oder kariativen Einrichtung in der Nähe spenden.

Bei Essen und Getränken solltet ihr natürlich unbedingt auf eine nachhaltige Produktion achten. Viele Weine, Sekt, aber auch Champagner gibt es in Bioqualität. Sucht euch bei den Weinen und beim Sekt einen lokalen Weinbaubetrieb in der Nähe. Auch Fleisch und Fisch sollten nachhaltig produziert sein. Denkt auch über vegane bzw. vegetarische Alternativen nach, um den Fleischkonsum ein wenig einzudämmen. Fragt bei eurem Caterer oder der Location nach, ob sie ihre Produkte von regionalen Anbietern beziehen.

5. Brautkleid und Anzug

Fürs grüne Brautkleid gilt: Auf ökologische und faire Materialien setzen. Dazu gehören z.B. Peacesilk oder Biobaumwolle. Labels wie Yoora aus Polen setzen ausschließlich Naturmaterialien ein. Wer es übers Herz bringt, der kann das Brautkleid nach der Hochzeit wieder verkaufen. So bleibt es im Kreislauf und die Produktion von neuen Kleidern wird reduziert. Falls ihr selbst in einem gebrauchten Kleid heiraten wollt, könnt ihr nicht nur Geld sparen, sondern auch wieder einen nachhaltigen Trend setzen.

Beim Anzug gilt: Kauft für die nachhaltige Hochzeit nichts, was ihr nicht auch danach tragen könnt. Einen schicken Anzug und die dazu passenden Schuhe kann der Bräutigam auch im Büro oder zu besonderen Anlässen tragen. Zur Hochzeit peppst du den Anzug mit einer Weste, einem Einstecktuch und einem besonders eleganten Hemd auf.

Ein wichtiger Tipp: Wenn ihr euch für ein neues Brautkleid und einen neuen Anzug entscheidet, dann kauft beides unbedingt bei einem lokalen Schneider oder kleinen Modelabel aus Deutschland oder Österreich. Und fragt nach Zertifizierungen wie GOTS, der Fair Wear Foundation oder IVN zertifiziertem Naturtextil. 

6. Location

Viele Brautpaare, die nachhaltig heiraten wollen, entscheiden sich für eine Hochzeit im Freien auf einer Wiese. Das klingt im ersten Moment sehr „grün“, erfordert jedoch den Transport des gesamten Equipments – vom Geschirr über die Tische und Stühle bis hin zum Essen und den Getränken. Wer trotzdem lieber eine Outdoor-Hochzeit feiern will, sollte ein Bio-Hotel als Location wählen. Dort ist alles Notwendige bereits vor Ort.

Ein wichtiger Tipp: Bei einem Hochzeit im Freien braucht es immer einen Plan B, falls es am Hochzeitstag regnen sollte! 

7. Anreise

Auch bei der Anreise könnt ihr gemeinsam mit euren Gästen darauf achten, dass euer ökologischer Fußabdruck so gering wie möglich bleibt. Je weiter die Anreise, desto größer der CO2-Ausstoß. Besser ist es daher bei einer nachhaltigen Hochzeit in Deutschland bzw. Österreich zu bleiben. Wählt dafür einen Ort, den alle Gäste leicht erreichen können. Sorgt für einen Shuttle-Transport mit einem Gemeinschafts-Bus zur Event-Location. Und wie wär’s mit einer romantischen Fahrt in der Kutsche oder ganz modern im stylischen E-Auto anstatt in der Stretch-Limousine?

8. Gästeliste: Nachhaltig heiraten im kleinen Kreis

Die meisten Hochzeiten in Österreich und Deutschland werden mit 100 und mehr Gästen gefeiert. Und oft auch nur, damit jene Tante oder der weit entfernte Bekannte nicht beleidigt sind, wenn sich nicht zur Hochzeit eingeladen werden. Je mehr Gäste, desto mehr Müll und desto höher natürlich auch der Energieverbrauch. Wer die Gästeliste kürzt, schont also nicht nur das Budget, sondern auch die Umwelt. Ein weiterer Vorteil: Die Auswahl an Hochzeitslocations wird größer, da sich 50 Personen einfacher unterbringen lassen als 150.

9. Drucksorten: Nachhaltige Einladungen

Bei einer grünen Hochzeit dürfen natürlich nachhaltige Einladungen, Menükarten, Kirchenhefte usw. nicht fehlen. Idealerweise ersetzt ihr das „Save-the-Date“ mit einer elektronischen Version per E-Mail. Für die gedruckten Materialien wie eure Einladung, die Menükarte, das Kirchenheft und die Namenskärtchen verwendet ihr am besten FSC-zertifiziertes oder handgeschöpftes Papier. Viele Druckereien haben den Nachhaltigkeitstrend natürlich ebenfalls erkannt und drucken umweltfreundlich. Wer es besonders edel und individuell mag, kauft ein wunderschönes Papier und schreibt die Einladungen & Co. mit der Hand.

Auch die Dankeskarten nach der Hochzeit könnt ihr als PDF gestalten und per E-Mail an die Gäste senden. Zusätzlich erstellt ihr ein Online-Fotoalbum mit den schönsten Fotos von eurem großen Tag. Die Hochzeitsgäste können sich die Fotos selbst herunterladen und entwickeln lassen. Das spart Energie und Ressourcen.

10. Nachhaltige Hochzeitsreise

Ökologisch heiraten ist auch nach der Hochzeit nicht zu Ende. Das betrifft vor allem eure Hochzeitsreise. Nicht selten wollen Braut und Bräutigam nach der Traumhochzeit auch eine Traumreise genießen. Malediven, Bali, Hawaii oder andere weit entfernte Orte stehen ganz oben auf der Wunschliste. Wer einen nachhaltigen Schritt setzen will, der verbringt seine Hochzeitsreise in Europa und reist mit Bus oder Bahn. In Europa gibt es außerdem viele umweltfreundliche Hotels: In Österreich gibt es das österreichische Umweltzeichen oder die Bio Hotels. Außerdem könnt ihr euch an den deutschen Öko-Hotel-Labels wie Viabono oder Greenkey orientieren. Sollte es eine exotische Reise inkl. Flug sein, passt eure Aufenthaltsdauer an die Entfernung an – mindestens 2 Wochen sollten es sein.

Extratipp: Wie kann ich auf meiner nachhaltigen Hochzeit Müll vermeiden?

Ganz klar: Viel Müll steht einer nachhaltigen Hochzeit im Weg. Aber Paare können ihre Abfallproduktion stark reduzieren. Tabu sind daher Einwegverpackungen, Plastikgeschirr, Pappbecher, Strohhalme aus Plastik, Wegwerfdeko, Konfetti/Glitter und Luftschlangen.

Ein wichtiger Tipp zum Schluss: Eine grüne Hochzeit muss nicht zu 100% ökologisch, bio, nachhaltig, vegan usw. sein. Große Feste wie eine Hochzeit sind nun mal mit einem großen Aufwand verbunden. Doch schon kleine Beiträge in Sachen nachhaltige Hochzeit machen den Unterschied. Je einfacher man Trauung und Feier hält, desto nachhaltiger (und günstiger) wird der schönste Tag im Leben. 

Linktipps zum nachhaltig heiraten

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